EIN KULTIVAR IST EIN STRAUCH, DURCH STECKLINGE VERMEHRT
Die Teepflanze bestäubt sich nicht selbst: Ihr eigener Pollen keimt, aber die Befruchtung schlägt fehl. Teesamen hat daher immer einen fremden Vater, und ein Sämling wiederholt nie seinen Mutterstrauch. Eine aus Samen gezogene Plantage ist kein Kultivar, sondern eine gemischte Population, in der jede Reihe etwas anders ist.
Deshalb existiert jeder benannte Kultivar nur als Stecklinge. Yabukita wurde 1908 in Shizuoka aus einem einzigen Sämling ausgewählt; heute macht er etwa drei Viertel der japanischen Teeanbaufläche aus — Millionen Pflanzen, genetisch identisch mit diesem einen Strauch. Longjing 43 entstand auf dieselbe Weise: aus einer einzigen Pflanze ausgelesen, dann durch Stecklinge weitergeführt.
Der praktische Teil folgt daraus. Steht ein Kultivarname auf der Packung, erhält man jedes Mal denselben Genotyp, und der Unterschied zwischen den Jahren liegt an Wetter und Händen. Steht dort „von alten Sträuchern“ oder „aus Samen“, unterscheiden sich auch die Sträucher untereinander, und niemand verspricht dieselbe Tasse im nächsten Jahr.