DAS FORMAT „10 × 15" IST NICHT 10 MAL 15
Das Format, das in jedem Fotolabor „10 mal 15 Zentimeter" heißt, hat nach ISO 1008 in Wirklichkeit 102 × 152 Millimeter. Für die fehlenden zwei Millimeter ist kein Platz: Das Format ist überhaupt nicht metrisch, sondern imperial — 4 × 6 Zoll, umgerechnet und gerundet. So funktioniert die ganze R-Serie: 13 × 18 sind 5 × 7 Zoll, 20 × 25 sind 8 × 10, und keines von ihnen war je in Zentimetern gedacht.
Die Folge ist nicht kosmetisch. Das Bildformat des Films 135 und jeder Sensor, der es geerbt hat, ist exakt 3:2 — 36 mal 24 Millimeter. Aber 102 mal 152 ergibt 1,490, sodass selbst das Format, das eigentlich passen sollte, ein wenig beschneidet. Die übrigen beschneiden sichtbar: 13 × 18 nimmt 6,6 % des Bildformats, 20 × 25 nimmt 16,6 %, und zwar von den Seiten — also genau dort, wo bewusst etwas platziert wurde.
Die Frage am Ladentisch ist also nicht „welches Format", sondern „woher kommt das Seitenverhältnis". Ein Bildformat 4:3 aus dem Telefon verhält sich umgekehrt: Bei „10 × 15" verliert es an den kurzen Kanten, bei 20 × 25 fast nichts. Dasselbe Papier schneidet zwei Kameras an unterschiedlichen Stellen.